Hier ein Überblick über einige Kulturprojekte der letzten Jahre


Die Blumen des Bösen - Frauen in den Irrenhäusern des Faschismus

Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum - 10.01.-27.03.2020

Im Laufe der 20er Jahre zeigte der Faschismus zunehmend seinen repressiven Charakter, ganze Bevölkerungsgruppen wurden stigmatisiert und ausgegrenzt. Dazu gehörten auch Frauen, welche den kulturellen Stereotypien nicht entsprachen und/oder die vom faschistischen Regime zugestandenen Rollen nicht erfüllen wollten oder konnten. Sie wurden zum Zwecke der „Heilung“ in Irrenanstalten verschleppt, viele gingen dort zugrunde. Die Frauen entstammten häufig ärmlichsten prekären Verhältnissen oder waren psychisch vorbelastet. Es handelte sich dabei aber auch um aufmüpfige Ehefrauen, junge Prostituierte, unangepasste Jugendliche und Opfer häuslicher Gewalt.

Dazu hat die Fondazione Università degli Studi von Teramo die Fotodokumentation „I fiori del male“ konzipiert. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Portraits dieser Frauen. Diese werden durch Tagebucheinträge, Briefe und medizinische Akten ergänzt.

Die urania meran hat die Ausstellung gemeinsam mit dem Frauenmuseum nach Meran geholt, die Texte übersetzt und ein Rahmenprogramm dazu organisiert (u.a. eine Tagung zum Thema "Frauen und Psychiatrie im Faschismus und Nationalsozialismus", Filmabende und Exkursionen zum Museum für Psychiatrie, Reggio Emilia und zur Gedenkstätte Mauthausen).

Projektkoordination:
Marlene Messner, urania meran
Sissi Prader, Frauenmuseum

Wissenschaftliche Begleitung:
Antonella Tiburzi
Costantino Di Sante
Annacarla  Valeriano

Übersetzung:
Katia De Gennaro

Ausstellungsgestaltung:
Andrea Dürr, by loladesign
 

Das Projekt wurde unterstützt von der Autonomen Provinz Bozen - Deutsche Kultur und der Autonomen Region Trentino-Südtirol.

Tagung "Was kann Philosophie?"

Seit den 90er Jahren hat das öffentliche Interesse an Philosophie deutlich zugenommen. Außerhalb von universitären Strukturen entstanden philosophische Cafés und philosophische Beratungsstellen, philosophische Radio- und Fernsehprogramme sowie ein reger Buchmarkt rund um Hinführungen zur Philosophie. Worauf ist ein solcher Boom zurückzuführen? Welche Erwartungen werden im Rahmen dieser neuen Begeisterung an die Philosophie herangetragen?

Was hat es mit der Unvereinbarkeit von philosophischer Reflexion und einem "Leben im Konkreten" auf sich? Handelt es sich dabei um ein bloßes Klischee? Welche sozialen Orte soll sich die Philosophie überhaupt zutrauen, bzw. in welchen Varianten soll sie "mitspielen", ohne an kritischer Distanz zu verlieren? Welche Spiele und welche Spielplätze kommen dafür in Frage? Wie kann Philosophie bei Lebensorientierung oder Bildung (z.B. in der Erwachsenenbildung) generell grundsätzlich mitwirken? Gibt es neue Antworten auf die alte Frage nach dem Verhältnis von Philosophie zu Politik, Wirtschaft oder Religion?

Auf diese und viele andere Fragen sind wir anlässlich 10 Jahre Philosophisches Cafè nachgegangen.

Tagungsplanung und -koordination: Georg Siller, Projektleiter Philosophisches Cafè, Marlene Messner, urania meran, Verena Pohl, Akademie Meran

ReferentInnen der Tagung: Imre Hofmann, Zürich; Ulrich Metschl, Innsbruck; Jürgen Gedinat, Düsseldorf/Bozen; Ivo De Gennaro, Bozen/Meran; Tobias Hürter, München; Katharina Lacina, Wien; Michael Nerurkar, Stuttgart/Meran

Die Tagung wurde unterstützt von der Autonomen Provinz Bozen - Deutsche Kultur und stand unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Meran

Agnes Ida, Max und die anderen - NS-Euthanasie in Südtirol

In einer Tagung an der urania meran wurde im April 2018 an die Südtiroler Opfer der NS-Euthanasie erinnert. Zu diesen gehören auch Agnes, Ida und Max. Sie waren 6, 8 und 13 Jahre alt als sie in Kaufbeuren in Bayern an der Folge von Tuberkuloseexperimenten starben. Edizioni alpha beta hat die Ergebnisse der Tagung und einige weitere historische Beiträge zum Thema in einem Tagungsband zusammengeführt.

Herausgeberinnen sind die Historikerin Elisabeth Malleier, welche die Tagung konzipierte und Marlene Messner, welche gemeinsam mit ihr die Tagung durchführte.

Autorinnen und Autoren sind u.a. Paolo Peloso, Stefan Lechner, Sibylle von Tiedemann, Selma Karlegger,
Lukas Hoscher, Andrea Sommerauer, Bernhard Gitschtaler

Die zwei Schwerpunkte der Publikation sind die Präsentation neuerer wissenschaftlicher Forschungen zum Thema NS-Euthanasie und Südtirol und die Vorstellung regionaler Beispiele von Erinnerungs- und Gedenkkulturen. Denn Erinnerung ist nicht nur ein individueller, sondern auch ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der zum Ziel hat, dass sich diese Verbrechen nicht wiederholen.

Die Publikation zur Tagung erschien im Herbst 2018 bei Edizioni alpha beta Verlag

Projektleitung: Elisabeth Malleier und Marlene Messner

Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen und Autonome Region Trentino-Südtirol

 

 

Tagung "Vom Gemeinschaftsgarten zur essbaren Stadt" am Freitag, 05.10.2018, Bozen

Veranstalter: urania meran in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bozen im Rahmen der Kampagne MahlZeit. Coltiviamo la vita. Deboriada.

Die Tagung "Vom Gemeinschaftsgarten zur essbaren Stadt" widmete sich einem höchst aktuellen Thema. Immer mehr Menschen möchten Lebensmittel im urbanen Raum herstellen. So entstehen die unterschiedlichsten Modelle von Gemeinschaftsgärten im öffentlichen und privaten Raum, bis hin zu "öffentlichen Obstbäumen" und Pflückgärten. Die Tagung, welche wir gemeinsam mit der Stadtgemeinde Bozen veranstalteten, spannten den Bogen von den "Essbaren Städten" Linz und Cervia über das Netzwerk der Tiroler Gemeinschaftsgärten zu den Garteninitiativen in Verona und Trient bis hin zu Südtiroler Gartenmodellen, inklusive dem aktuellen Bozner Stadtgärtenprojekt.
Als Rahmenprogrammgab es in der Gumergasse Infostände zum Thema Richtig kompostieren, Bau von Insektenhotels etc.

Exkursion zu den Gemeinschaftsgärten in Auer am 08.09.2018, Auer

Einige gelungene Beispiele konnten InteressentInnen in Auer besichtigen: den von der Gemeinde geführten "Garten der Begegnung Joy", einen privaten Gemeinschaftsgarten im Schloss Auer und den Schulgarten der Fachoberschule für Landwirtschaft, der über die Sommermonate zu einem Familiengarten wird.

 

 

Projektleitung: Evi Keifl

Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen und Stadtgemeinde Bozen

 

 
2018: HEIMAT  gestern - oggi - duman

Ziel der Veranstaltungsreihe zum Thema Heimat war und ist es, gemeinsam über kollektive Deutungsmuster und Handlungsformen nachzudenken. 
Die Reihe ist eine Kooperation von urania meran mit diverkstatt, UFO und zigori media.
Gestaltung: Matteo Da Col und Markus Lobis
Moderation: Markus Lobis
Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen
Weitere Infos hier.

2016/2017: Jüdisches Leben in Meran

Mit diesem Projekt wollten wir

  1. einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Meran leisten,
  2. an ein Meran mit traditioneller kultureller Vielfalt und Heimat von Menschen verschiedenster Kulturen und Nationalitäten erinnern,
  3. das  Alltagsleben der ehemaligen jüdischen Bevölkerung direkt vor Ort an den früheren Wirkungs- und Lebensstätten (ehemals jüdische Geschäfte, Arztpraxen, Hotels oder Wohnhäuser) dokumentieren und
  4. das Schweigen und die Passivität  der Meraner  Bevölkerung thematisieren. 


Maßnahmen waren:

  • Plakataktion "Ein Stück Meran"

  • Banner, Fahnen und Schilder an ehemals jüdischen Wirkungsstätten
     
  • Podiumsdiskussion "Alle Opfer? Meran und seine Juden"
     
  • Jüdische Stadtrundgänge, Filmabende etc.
     

Der Abend "Alle Opfer? Meran und seine Juden" wurde dokumentiert. Hier geht es zur Filmaufzeichnung.

Projektleitung: Marlene Messner
Wissenschaftliche Mitarbeit: Sabine Mayr und Joachim Innerhofer, Datenbankprojekt der Jüdischen Gemeinde Meran

Projektpartner: Jüdische Gemeinde Meran

Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen und Raiffeisenkasse Meran


Foto: Die Entschuldigung des Bürgermeisters Paul Rösch bei der Jüdischen Gemeinde Meran für das durch die Meraner verübte Unrecht an den jüdischen MitbürgerInnen.

2014-2017: Gatterer 9030 - Multimediales Ausstellungsprojekt

2014 jährte sich zum 30. Mal der Todestag des Journalisten und Historikers Claus Gatterer. Eine multimediale Wanderausstellung greift das geistige Erbe des gebürtigen Sextners auf und versucht mit modernen Kommunikationsmitteln, so etwa einer Website als wesentlicher Bestandteil der Ausstellung, einer jungen Generation die Leistungen Gatterers zu transportieren: Eine selbstkritische und aufklärerische Geschichtsschreibung, die Menschen nicht ausgrenzen und trennen, sondern zueinander führen will, und einem sozial engagierten und mutigen Journalismus, der sich auf Seiten der Benachteiligten der Gesellschaft stellt. 

Zusätzlich zur Ausstellung wurde eine informative Webseite und eine Reihe von Bildungsveranstaltungen organisiert.

Projektleitung: Marlene Messner
Idee, Konzept und Texte: Thomas Hanifle und Martin Hanni

Finanziert durch das Amt für Weiterbildung der Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen

2009-2018: mekoBASIS -  Metakognitiv fundierten Lehren und Lernen in der Grundbildung

Unter Metakognition versteht man "bewusstes Nachdenken über das eigene Denken" und damit auch "bewusstes Nachdenken über das eigene Lernen". Metakognitive Techniken und Strategien unterstützen Lernende im selbstständigen Erarbeiten von Inhalten, dadurch werden wichtige, lernrelevante Anteile der Persönlichkeit wie Lernzuversicht, Kontrollorientierung, Situationsmacht gestärkt und tragen wesentlich zum Lernerfolg bei.
Die urania meran war seit dem Jahr 2009, mit Unterstützung des Amtes für Weiterbildung, aktiv an Forschungsprojekten zur Metakognition beteiligt. 

Die Ergebnisse des Projektes sind in mehreren Publikationen zusammengefasst worden, zuletzt 2018 in Arnim Kaiser/Ruth Kaiser/Astrid Lambert/Kerstin Hohenstein: Metakognition: Die neue Didaktik - Metakognitiv fundiertes Lehren und Lernen in der Grundbildung, Vandenhoeck & Ruprecht Verlage 2018

Träger des Gesamtprojektes: Katholische Erwachsenenbildung Deutschland  (unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Armin Kaiser der Universität der Bundeswehr München).
Projektkoordinatorin KEB: Astrid Lambert

Projektleitung urania: Ludmilla Kripp Kalnoky
Projektkoordination urania: Marlene Messner, Roberta Ciola

Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen 

2014: Frauen auf dem Weg nach Meran

Im Mittelpunkt dieses Projektes standen Frauen verschiedener Herkunft, Länder, Kulturen und Religion, welche eines gemeinsam haben, nämlich ihren aktuellen Wohnort hier in Meran.
Es setzte das Fotoprojekt “Die neuen Meraner“ 2011/2012 fort und setzte auf eine vertiefte Auseinandersetzung mit Lebensgeschichten und dem  Alltag von Migrantinnen in Meran. Dadurch wollten wir Offenheit, Akzeptanz, Begegnungen und Austausch zwischen Frauen mit Migrationshintergrund und „ lokalen“ Frauen - „Meranerinnen“ fördern.
Die Fotografin Paola Marcello porträtierte die Frauen, die das Leben zu Meranerinnen gemacht hat, in einer multimedialen Ausstellung und in einem Buch mit Fotos und Geschichten.
Die Ausstellung fand im Frauenmuseum Meran statt. 

Projektleitung: Marlene Messner
Projektdurchführung/-gestaltung: Paola Marcello
Projektpartner: Frauenmuseum Meran

Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen 

 

2011-2012: Die neuen Meraner - Gesichter und Stimmen einer Stadt im Wandel

Wir wollten durch dieses Projekt die Integration der neuen BürgerInnen in Meran durch konkrete Begegnung fördern, Offenheit und Akzeptanz durch das Kennenlernen anderer Kulturen sowie Lebensweisen und der Benefits einer multikulturellen Gesellschaft fördern.
In einer Fotoausstellung von in der urania meran und einer Publikation von Paola Marcello wurden die Lebenserfahrungen und Geschichten der Zuwanderer dokumentiert. Die Ausstellung wurde mehrmals auch außerhalb des urania-Hauses gezeigt,

In Interkulturellen Begegnungen erzählten die neuen Meraner BürgerInnen von Ihrer Ankunft im Gastland, von Ihren oft schwierigen Lebensumständen, von Ihren Problemen, ihren Ausbildungen entsprechende Arbeitsplätze zu finden, von Ihren enttäuschten Erwartungen. Sie erzählten aber auch von vielen positiven Erfahrungen, von Ihrer Genugtuung und Freude, in einem freien und ökologisch intakten Land zu leben, von Ihrer Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die eigenen Kinder.

Projektleitung: Marlene Messner
Projektdurchführung/-gestaltung: Paola Marcello

Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen

2009-2010: Politik bist du - Filmprojekt

Mit 4 jeweils ca. 10-minütigen Kurzfilmen sollte der Zugang und das Wissen der Südtiroler Bevölkerung über Aufbau, Funktionen, Aufgaben und Wirkungsbereiche politischer Institutionen (Gemeinde, Land/Region, Staat, Europa) vertieft werden.

Begleitend dazu wurde ein  28 seitiges Booklet erstellt, das zum einen ein Glossar zu den politischen Begriffen, wichtigste Informationen über politische Institutionen und deren Zuständigkeiten liefert und zum anderen verschiedene Methoden der Erwachsenenbildung anführte. Dem Booklet war die DVD mit allen 4 Filmen beigelegt.

Die Filme sollen idealerweise immer mit aktivierenden Methoden der Erwachsenenbildung  verknüpft werden, z.B. als Vorspann für eine Diskussionsrunde oder andere Bildungsveranstaltungen. Einer der vier Filme soll jeweils als Impuls oder Aufwärmer für eine vertiefende Beschäftigung mit dem Thema dienen.

Projektleitung: Marlene Messner, Evi Keifl
Projektdurchführung: Georg Zeller, Eva Lageder

Finanziell unterstützt durch: Amt für Weiterbildung, Abteilung Deutsche Kultur der Autonomen Provinz Bozen 

 

 

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