Älteste Volkshochschule Südtirols
Die urania wurde 1923 von Dr. Ernst Kunzfeld, einem Mittelschullehrer, nach dem Muster der Wiener Urania gegründet. Das Bedürfnis nach einer solchen Einrichtung bestand schon seit langen Jahren. Die ersten Ansätze gehen sogar ins letzte Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts zurück, als man im alten Kurhaussaal eine Reihe von Vorträgen bedeutender Dozenten (z.B. Peter Rosegger, Sven Hedin etc.) organisierte, um dem Kurgast den Aufenthalt in der aufstrebenden Kurstadt angenehmer, abwechslungsreicher zu gestalten.
Bruno Pokorny der Südtiroler Bildungspionier
Seit 1925 arbeitete Prof. Bruno Pokorny an der urania meran mit, von ihm - dem späteren langjährigen Präsidenten - gingen Impulse für die Weiterbildung in ganz Südtirol aus. Die Vereinstätigkeit war während der Kriegsjahre zum Erliegen gekommen. 1947 versuchte Prof. Pokorny die urania zu revitalisieren, jetzt unter dem Namen "Volkshochschule Meraner Urania".
Bis in die 60er Jahre bestand die Haupttätigkeit in Vorträgen, darunter mit bedeutenden Namen wie z.B. Hans Haas, Heinrich Harrer, Herbert Tichy, Theodor Oberländer.
Neben der Vortragstätigkeit pflegte die urania meran seither aber auch noch andere Zweige der Erwachsenenbildung wie Arbeitskreise, Musik- und Sprachkurse, Uraniareisen, Uraniabücherei, Filmvorführungen, Dorfbildungswochen usw.
Ausgehend von der urania meran entstanden unter der Leitung von Prof. Pokorny in vielen Orten des Landes nach dem Vorbild Merans Volksbildungseinrichtungen, die im Verband der Südtiroler Volkshochschulen zusammengeschlossen waren. Dessen Gründer und erster Vorsitzender war Bruno Pokorny.
1971 konnte die urania meran in der Ortweinstrasse 6 ein eigenes Haus beziehen: die ehemalige Anglikanische Kirche. Sie war vor 100 Jahren für Kurgäste aus England erbaut worden.
Der Imagewandel ab 1980
Ab 1980 explodierte die eigene Tätigkeit und veränderte sich das Image der urania meran. Von der bildungsbürgerlichen Institution, deren Hauptziel es war, Geisteswissenschaft und Kunst der gesamten Bevölkerung zugänglich zu machen, entwickelte sich die urania meran in Richtung eines pluralistisch ausgerichteten Weiterbildungs- und Kulturzentrums. Neben dem traditionellen Bildungsbereich entstanden Veranstaltungen, die sich vor allem mit den Problemfeldern der Gesellschaft auseinandersetzen: alternative und ökologische Bewegung, Minderheitenanliegen, Frauenbewegung, Persönlichkeitsbildung und Selbsterfahrung. Methodenvielfalt, didaktisches Handeln und Einsatz von neuen Medien gingen damit einher.
Im Jahr 2000 wurde das vielfältige Programm der urania meran reorganisiert und wurde, entsprechend dem neuen Logo, zu fünf Kernbereiche gebündelt: Kultur, Sprachen, Berufe,
Gesundheit und Freizeit.
Literatur zur Geschichte der urania meran:





